Weltfrauentag. Ein Statement.

In den letzten Tagen habe ich Gespräche mit vielen wunderbaren, starken Frauen geführt, Frauen, die den Weg in die Selbständigkeit gewagt haben, Frauen, die Spaß an ihren Berufen und in ihrer Karriere haben, Frauen, die Töchter und Söhne erziehen, Frauen, die den Spagat zwischen Familie und Beruf managen (müssen). In all diesen Gesprächen, trotz der vielen unterschiedlichen Charaktere, gab es ein zentrales Thema: unseren Selbstwert. Keine Frau, die das Gefühl nicht kennt, nicht gut genug, nicht interessant oder nicht attraktiv genug zu sein, die die Angst nicht kennt, nicht gemocht oder nicht geliebt zu werden. Keines dieser Gespräche war von Selbstmitleid, sondern von der Frage geprägt, wo kommt das bitte sehr her und wann endet das endlich? Schon klar, Generationen von Frauen wurden unter der Prämisse erzogen, dass sie nichts wert sind und haben das unbewusst entsprechend weitergegeben. Aber damned – irgendwann muss diese Schleife doch auch einmal beendet werden!

Und nun ein sehr selbstkritischer Blick auf die Foodblogger-Branche: Immer wieder sehe ich die Tendenz, dass weibliche Foodblogger die Inszenierung ihrer traditionellen Rolle in den Mittelpunkt rücken, ob über ihre Bildsprache oder ihre Inhalte. Die sich als Frauen präsentieren, deren einziger Inhalt darin besteht, den Haushalt mit niedlichen Accessoires oder schönen Blumen aufzuhübschen oder aufgehübscht für ihre Lieben zu kochen. Herrschaften, den meisten von uns ist sicherlich bewusst, dass wir hier nur einen Bruchteil unserer Realität (wenn überhaupt) abbilden, aber ich zweifle manchmal schon sehr daran, dass das allen klar ist, die unsere Beiträge lesen. Und bin immer wieder erschrocken darüber, welches Frauenbild zum Teil damit vermittelt wird.

Foodblogging steht für mich stellvertretend für Mut und Neugierde, für Kreativität und enormes Potenzial, für Freude am Genuss. Lasst uns das doch bitte wieder in den Vordergrund rücken, und uns bewusst machen, was wir vermitteln. Und damit auch dazu beitragen, dass Generationen von Frauen nach uns diese Unsicherheiten gar nicht mehr kennen, weil wir schon nicht mehr dieses Bild, diese Erwartungshaltungen an sie weitergegeben haben…

In diesem Sinne: Be curageous, be independent, be yourself!

2 Gedanken zu „Weltfrauentag. Ein Statement.“

  1. Mich regt die heile Welt mit Blümchen, den beliebig austauschbaren Accessoirs schon lange auf. Aber das ist es, was gewünscht und „in“ ist und was uns diese stylishen Magazine uns alle vorgaukeln.

    Ich habe dieses eine Leben und das lebe ich gerne, so wie ich bin. Und ja ich bin gut in dem was ich tue und was schert mich die Meinung anderer, so lange ich mit mir und dem, was ich mache, zufrieden bin?

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